Seuchenalarm

Seuchenalarm im Kindergarten! Es grassiert mal wieder ein Magen-Darm-Virus und deshalb erreichte die Eltern letzte Woche ein Brandbrief der Kindergartenleiterin. Darin forderte sie klar und bestimmt die „Ich-schicke-mein-Kind-auch-krank-in-den-Kindergarten“ Eltern auf, ihre Sprösslinge nicht in diesem Zustand in die Betreuungseinrichtung geben. Denn das war in letzter Zeit leider viel zu häufig der Fall,  viele Erzieherinnen fehlen deshalb und der Kindergarten steht kurz davor, seine Türen einige Tage schließen zu müssen.

Ich beäuge dieses unsoziale Verhalten bereits seit mehreren Jahren in meiner Familie. Da wird fröhlich der Austausch von Viren und Bakterien gefördert, indem man Familienfeste oder -treffen aufsucht und erst auf Nachfrage mitteilt, dass das Kind gestern 40°C Fieber oder Durchfall und Erbrechen hatte. Beschwert man sich und fragt was das ganze soll und warum man trotzdem hier ist, bekommt man zu hören:“ Kinder sind nun mal Bakterienschleudern und können nicht mit Sagrotan behandelt werden. Ausserdem wollte Sophie unbedingt mitgehen und nicht zu Hause bleiben.“ Aaaaaaargh! Ja, ich weiss, aber du als Erwachsener weisst doch wohl auch, dass das am nächsten Tag noch nicht weg ist und weitergegeben werden kann!

Trotz meines Studenten-Daseins(dem man ein gewisses Nichtstun unterstellt) habe ich Verständnis für Eltern die selbstständig, bei der Arbeit unentbehrlich sind und mancher Termin einfach nicht verschiebbar ist. Ich verstehe auch, dass nicht jeder seine Omas und Opas in greifbarer Nähe hat, aber was soll es denn bringen, wenn man das Kind krank in den Kindergarten bringt? Damit schadet man dem Kind und anderen Familien, die sich vielleicht in der gleichen Situation befinden und dann ebenfalls ins Schleudern geraten. Im Kindergarten verteilen sich die Viren erstmal auf alle Kinder, deren Familien und bevor die Seuche durch ist, hat es das „Auslöser“- Kind auch wieder. Das verstehen die „Ich-schicke-mein-Kind-auch-krank-in-den-Kindergarten“ Eltern jedoch nicht. Somit wird uns dieser Kreislauf noch eine Weile begleiten und erhalten bleiben. Leider.

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