Schwarzwälder Kirschtorten Incident

Nein, ich bin kein Fan von Guns N‘ Roses, sondern von Anglizismen.

Der Vorfall ereignete sich bereits vor einiger Zeit, nach einem sonntäglichen Besuch der aktuellen Ausstellung des städtischen Museums.

Marie war hungrig, ich hatte Kaffeedurst und Daddy Cool war hungrig und durstig. Da es gerade zu regnen begann huschten wir schnell in die nächstgelegene Konditorei.Das Kuchenbüffet war schon geplündert und so blieb Marie nur die Wahl zwischen Käsekuchen und Schwarzwälder Kirschtorte. Auf letztere (haha, wer hätte das bei der Überschrift gedacht!) fiel ihre Wahl.  Die Verkäuferin warnte:“Also die Kirschen waren in Kirschwasser eingelegt, aber sonst ist nicht viel Alkohol drin.“ „So schlimm wird das schon nicht sein“, dachten wir und willigten ein.

Wir setzten uns, wurden bedient und genossen den ausklingenden Sonntag. Marie pickte fast ausschließlich die Kirschen aus dem Kuchen und aß dazu etwas Sahne. Die Reste durfte Papa noch essen. 20 Minuten später zahlten wir, denn Marie war inzwischen etwas  lauter geworden. Genauer gesagt, lag sie laut lachend auf dem Boden und liess sich nicht aufrichten, hochziehen oder ähnliches. Ja, sie war beschwipst bis betrunken und wir lächelten peinlich berührt. Die Kirschen waren richtig eingeschlagen.Daddy Cool setzte sich seine johlende Tochter auf die Schulter und wir machten uns auf den Heimweg. Marie lachte und amüsierte sich noch etwa 30 weitere Minuten, ehe sie zusammensackte und sich erschöpft auf Papas Kopf legte.

Glücklicherweise hatte sie am nächsten Tag keine Kopfschmerzen oder andere Anzeichen die auf einen Kater hinweisen.

Ob es in nächster Zeit wieder Schwarzwälder Kirschtorte geben wird? Eher nicht, auch wenn es stellenweise recht amüsant war und einen kleinen Blick in die Zukunft ermöglichte. Denn welches Kind zeigt sich schon den Eltern, wenn es mal betrunken nach Hause kommt?!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Seuchenalarm

Seuchenalarm im Kindergarten! Es grassiert mal wieder ein Magen-Darm-Virus und deshalb erreichte die Eltern letzte Woche ein Brandbrief der Kindergartenleiterin. Darin forderte sie klar und bestimmt die „Ich-schicke-mein-Kind-auch-krank-in-den-Kindergarten“ Eltern auf, ihre Sprösslinge nicht in diesem Zustand in die Betreuungseinrichtung geben. Denn das war in letzter Zeit leider viel zu häufig der Fall,  viele Erzieherinnen fehlen deshalb und der Kindergarten steht kurz davor, seine Türen einige Tage schließen zu müssen.

Ich beäuge dieses unsoziale Verhalten bereits seit mehreren Jahren in meiner Familie. Da wird fröhlich der Austausch von Viren und Bakterien gefördert, indem man Familienfeste oder -treffen aufsucht und erst auf Nachfrage mitteilt, dass das Kind gestern 40°C Fieber oder Durchfall und Erbrechen hatte. Beschwert man sich und fragt was das ganze soll und warum man trotzdem hier ist, bekommt man zu hören:“ Kinder sind nun mal Bakterienschleudern und können nicht mit Sagrotan behandelt werden. Ausserdem wollte Sophie unbedingt mitgehen und nicht zu Hause bleiben.“ Aaaaaaargh! Ja, ich weiss, aber du als Erwachsener weisst doch wohl auch, dass das am nächsten Tag noch nicht weg ist und weitergegeben werden kann!

Trotz meines Studenten-Daseins(dem man ein gewisses Nichtstun unterstellt) habe ich Verständnis für Eltern die selbstständig, bei der Arbeit unentbehrlich sind und mancher Termin einfach nicht verschiebbar ist. Ich verstehe auch, dass nicht jeder seine Omas und Opas in greifbarer Nähe hat, aber was soll es denn bringen, wenn man das Kind krank in den Kindergarten bringt? Damit schadet man dem Kind und anderen Familien, die sich vielleicht in der gleichen Situation befinden und dann ebenfalls ins Schleudern geraten. Im Kindergarten verteilen sich die Viren erstmal auf alle Kinder, deren Familien und bevor die Seuche durch ist, hat es das „Auslöser“- Kind auch wieder. Das verstehen die „Ich-schicke-mein-Kind-auch-krank-in-den-Kindergarten“ Eltern jedoch nicht. Somit wird uns dieser Kreislauf noch eine Weile begleiten und erhalten bleiben. Leider.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Wir haben die Schlacht…

gewonnen.

Heute war der Showdown. Der irgendwie keiner war. Es war fast unspektakulär. Lisas Mutter blickte fast ausschließlich auf den Boden. Sie war zu keinem Blickkontakt fähig. Marie war bei Lisas Eltern kaum mehr ein Thema und wenn sie es mal war, dann entstand daraus eine 5 vs. 2 Situation. Sie waren ja nur wegen ihrem Kind da. Plötzlich war an unserer Erziehung nichts mehr zu beanstanden. An der Arbeit der Erzieherinnen dafür umso mehr. Diese Meinung mussten Lisas Eltern bald relativieren, als sie merkten, dass sie da auf Granit beissen. Doch da war es zum zurückrudern schon zu spät. Die Kinosanktion war nämlich, trotz anfänglicher Zweifel meinerseits und großer Zweifel bei Lisas Eltern andererseits, ein pädagogischer Erfolg der Erzieherinnen. Marie wird seitdem nicht mehr von Lisa und Pia geärgert. Jegliche Intervention von Lisas Mutter, dass Marie die Gruppe verlassen bzw. wechseln muss, wurde niedergeschlagen.

Es ist kein Geheimnis, dass Kinder manchmal Geschichten erfinden und dabei auch mal flunkern. Ich habe als Kind erzählt, dass mein Papa Fußballtrainer ist. Joa, das war er auch. Trainer der Amateurmannschaft des 1. SV Hintertupfenbach. Lisa erfindet aber keine Geschichten, sondern sagt die Wahrheit. Nichts als die Wahrheit!

Hin und wieder wären Zweifel angebracht. Dann aber an den richtigen Personen.

Veröffentlicht unter Leben in Bullabü | Kommentar hinterlassen

Die dunkle Seite der Macht

Jetzt soll es in den nächsten Tagen ein Elterngespräch geben. Lust habe ich keine drauf, aber ich werde Marie unterstützen, wo ich kann. Nur hilft das wirklich? Schließlich bestätigte der Kindergarten bereits, dass der Fehler nicht bei uns liegt und auch nicht bei unserem Kind.

Ich merke gerade, dass ich mich wieder in diesen Sog reinziehen lasse, der aus einer Fliege einen Elefanten macht. Neeeeein….ich will auf der guten Seite der Macht bleiben! Ja ich weiß, die Eltern vs. Eltern Thematik ist nicht neu, aber für Anfänger wie mich schon und das kommt schnell. Viel zu schnell. Ein Ende der Geschichte ist nicht in Sicht.

Morgen dürfen Lisa und Pia(die Runde wird gerade um einen Padawan erweitert)nicht mit ihrer Gruppe ins Kino gehen und das bringt wahrscheinlich neuen Ärger ins Haus. Warum das nun so gehandhabt wird: keine Ahnung. Was das bringen soll: keine Ahnung.

Aber eines ist gewiss: Stark bleiben ich muss, denn Jedi ich bleiben will.

Danke Yoda!

Veröffentlicht unter Leben in Bullabü | Kommentar hinterlassen

Das Leben in Bullabü

So jetzt ist es doch soweit und ich beginne das bloggen. Gestern noch las ich den Satz: „Heute hat doch jeder Volldepp hat einen Blog“ und musste dabei herzlich lachen, heute schon veranlassen mich aktuelle Geschehnisse dazu mitzumachen.

Mutter bzw. Elternteil eines Kindes zu sein ist eine wunderbare, häufig lustige, manchmal auch anstrengende Sache. Man lernt nicht aus und beginnt Dinge anders zu sehen, anzugehen und sich zurückzunehmen. Alles für Kindeswohl! Die Betreuungssituation in Deutschland ist Angst einflößend. Meist beginnt das Elternleben, noch in der Schwangerschaft, mit der Frage, wer das Kind betreut wenn man nach einem Jahr wieder raus in die „Zivilisation“, weg von Kinderbrei und Windeln wechseln, möchte. Ich habe bestimmt keinen Grund zur Klage, denn ich hatte was das betrifft viel Glück, aber irgendwie ist es immer noch nicht gesellschaftstauglich, noch vor dem 3. Lebensjahr wieder in den Alltag einzusteigen. Und ist man dann mal drin, kommen andere Hindernisse dazu. Fieber hier, Magen-Darm da und dann noch die Eltern anderer Kinder. Nein, ich wollte kein Erzieher sein und mir das täglich antun. Ich habe wirklich Respekt vor deren Arbeit und der Belastung die man dabei erlebt. So weit zum Leben in Bullabü.

Ja, andere Eltern können manchmal richtig ätzend sein und dann lässt sich der Frust selten im stillen Kämmerlein bewältigen, sondern zwingt einen regelrecht dazu, ihn rauszubrüllen.

Heute war wieder so ein Tag. Deshalb muss ich jetzt brüllen! Denn wie wir seit heute von Lisas Mutter wissen ist unsere Tochter Marie eine fiese Schlägerin und an allem schuld! Genau, so haben wir sie ja auch erzogen! Damit sie anderen Kindern, absichtlich ins Auge schlägt! Und die Erzieherinnen schauen extra weg, damit sie andere vermöbeln kann.

Eltern die ALLES richtig und KEINEN Fehler machen sind mir echt die liebsten. Glücklicherweise haben Erzieher alles unter Kontrolle, nur „Alles-richtig-mach-Eltern“ glauben das nicht und dulden keine Widerworte.  Wenn dann noch die Wahrheit auf den Tisch kommt, wird es schwer ruhig zu bleiben.  Egal auf welcher Seite man sich dabei befindet. Mich lasse ich dabei nicht aussen vor. Gut, dass ich nicht dabei war und Papa Marie wie jeden Morgen in den Kindergarten brachte. So konnte „Daddy Cool“ mächtig Eindruck bei den Erziehern hinterlassen, weil er sich alles angehört, gelächelt und kein Wort dazu gesagt hat. Denn mit Daddy Cool wollte Lisas Mutter nicht sprechen. Warum nur?

Ich kann seit heute nur empfehlen den Erziehern und deren Eindruck zu vertrauen. Denn sollte ein wirklich ernstes Problem vorliegen, wird man bestimmt von ihnen darauf angesprochen, beraten und wenn nötig unterstützt und das im Sinne des Kindes.

Jetzt schauen wir erstmal was die nächsten Tage noch bringen. Die Erzieherin Frau K. meinte da kommt bestimmt noch was, denn wir wären jetzt einfach nur ein neues „Ärgernis“ in den Augen von Lisas Mutti, denn einer muss ja schuld sein, an den Schrammen ums Auge! Lisa jedenfalls nicht.

Veröffentlicht unter Leben in Bullabü | 1 Kommentar